Miniaturen grundieren: Chaos Black, Wraithbone oder Grey Seer?
Kurz gesagt: Dunkle Armeen grundierst du schwarz, helle Armeen knochenfarben oder grau. Schwarz ist verzeihend und schluckt Fehler, hell macht jede Farbe darüber leuchtender und spart dir eine Schicht. Spray geht schneller, Pinsel-Primer geht auch im Winter in der Wohnung. Ohne Grundierung blättert die Farbe beim ersten Anfassen ab.
Grundieren ist der Arbeitsschritt, den fast jeder unterschätzt und den fast jeder einmal auslässt. Danach lässt ihn niemand mehr aus. Denn eine Miniatur, deren Farbe sich beim Aufstellen unter dem Daumen ablöst, malt man nicht zweimal gern.
Warum überhaupt grundieren?
Acrylfarbe haftet auf blankem Plastik oder Resin nicht dauerhaft. Sie liegt obenauf statt sich zu verkrallen. Der Primer gibt ihr diese Verkrallung, und er gibt dir eine gleichmäßige Fläche: Auf grauem Spritzguss, grauem Kleber und weißen Gussgraten deckt dieselbe Farbe unterschiedlich. Nach dem Grundieren ist alles eine Farbe, und ab da verhält sich die Miniatur berechenbar.
Der zweite Effekt ist der wichtigere: Die Grundierung entscheidet, wie viele Schichten du danach brauchst.
Schwarz, weiß oder grau: was passt zu deiner Armee?
Chaos Black
Der Standard, und für die meisten Einsteiger die richtige Wahl. Chaos Black verzeiht ungleichmäßiges Sprühen, weil Schatten sowieso schwarz sind. Alles, was du auslässt, sieht aus wie Tiefe. Dafür brauchen helle Farben darüber zwei bis drei Schichten, Gelb und Rot besonders. Für Space Marines, Necrons, Chaos und alles Dunkle genau richtig.
Wraithbone
Wraithbone ist knochenfarben und der beste Untergrund für alles Helle, Warme und Rote. Farben leuchten darauf sofort, und Ein-Schicht-Farben entfalten ihre Wirkung erst hier richtig. Preis dafür: Jede Lücke fällt auf. Wer schludrig sprüht, sieht es sofort.
Grey Seer
Grey Seer ist der Kompromiss und ehrlich gesagt der Allrounder unter den dreien. Hell genug, dass Farben nicht absaufen, neutral genug, dass kalte Töne wie Blau und Grün nicht ins Warme kippen. Wenn du nicht weißt, was du willst, nimm den.
Und die anderen
White Scar ist reines Weiß und macht Farben am leuchtendsten, verzeiht aber gar nichts. Mechanicus Standard Grey ist dunkelgrau und praktisch, wenn dein Hauptton ohnehin ein mittleres Grau oder Metall ist.
Spray oder Pinsel?
Spray ist schneller und gleichmäßiger. Zwanzig Modelle sind in fünf Minuten grundiert, und keine Pinselstruktur stört später. Der Haken: Du brauchst Platz, Belüftung und Temperaturen über etwa 15 Grad.
Pinsel-Primer wie der Brush-On Primer löst genau dieses Problem. Er geht am Küchentisch, im Winter, ohne Geruch, und er ist die Rettung für alle, die keinen Balkon haben. Dafür dauert es länger und du musst dünn arbeiten. Beides zu haben ist kein Luxus, sondern normal: Spray für die Masse, Pinsel für Nachbesserungen und für die kalten Monate.
Günstiger einsteigen kannst du mit Base Primer Matt Black oder Matt White von The Army Painter. Die tun dasselbe.
Was beim Sprühen schiefgeht
Drei Fehler decken neunzig Prozent aller misslungenen Grundierungen ab.
Zu nah, zu lang. Aus zwanzig bis dreißig Zentimetern in kurzen Zügen, nie draufhalten. Wer zu dicht sprüht, ertränkt die Gravuren, für die er die Miniatur gekauft hat.
Zu kalt oder zu feucht. Unter etwa 15 Grad oder bei hoher Luftfeuchtigkeit wird die Oberfläche kreidig und pudrig statt glatt. Das lässt sich nicht überstreichen, das muss runter. Im Winter also drinnen mit Pinsel-Primer, nicht draußen mit Spray.
Dose nicht geschüttelt. Zwei Minuten, ernsthaft zwei Minuten, nicht zwanzig Sekunden. Danach kurz auf Papier testen, bevor du auf die Armee gehst.
Was das kostet, Stand August 2026: Eine Citadel-Spraydose liegt bei rund 14 bis 18 Euro und reicht je nach Modellgröße für 20 bis 40 Miniaturen. Die Army-Painter-Dosen liegen bei rund 11 Euro, Pinsel-Primer bei rund 3 Euro. Aktuelle Preise stehen auf der Produktseite.
Häufige Fragen
Kann ich normale Sprühfarbe aus dem Baumarkt nehmen?
Technisch ja, praktisch selten gut. Baumarktsprays sind gröber pigmentiert und legen sich dicker auf. Bei einem Panzer fällt das nicht auf, bei einem Gesicht im Maßstab 28 Millimeter schon.
Muss ich die Miniatur vorher waschen?
Bei Plastik reicht Abbürsten. Bei Resin ja: Dort sitzen Trennmittelreste vom Guss, auf denen kein Primer hält. Lauwarmes Wasser, ein Tropfen Spülmittel, alte Zahnbürste, trocknen lassen.
Zusammenbauen oder erst grundieren?
Erst zusammenbauen, dann grundieren. Ausnahme sind Teile, an die du später nicht mehr herankommst, etwa ein Pilot in einem geschlossenen Cockpit. Die machst du getrennt.
Die Grundierung ist pudrig geworden. Und jetzt?
Nicht überstreichen, das wird nichts. Ab in ein Bad aus Isopropanol oder Simple Green, abbürsten, trocknen, neu grundieren. Ärgerlich, aber einmal gelernt reicht.
Bereit für die erste Dose?
Nimm Grey Seer, wenn du unsicher bist, Chaos Black für alles Dunkle, Wraithbone für alles Helle. Die komplette Auswahl steht unter Primer & Grundierung, passende Pinsel unter Pinsel & Bemal-Werkzeug. Und wenn du dir bei deiner Fraktion unsicher bist: Komm im Laden in Bad Endorf vorbei, wir sagen dir am Regal, was auf deine Modelle gehört.
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